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Gesundheit & Immunsystem

Was sind Polyphenole? Wirkung und polyphenolreiche Lebensmittel

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die pflanzlichen Lebensmitteln ihre Farbe geben – und für den menschlichen Körper viel Positives bewirken können. Hier erfährst du, was Polyphenole sind, wie sie antioxidativ wirken und in welchen Lebensmitteln besonders viele stecken.

Veröffentlicht am Lesezeit ca. 6 Minuten Von Carina Manfredo-Comisso
Was sind Polyphenole? Buntes Obst und Gemüse als Quelle sekundärer Pflanzenstoffe
Polyphenole stecken in buntem Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten.

Hast du den Begriff „Polyphenol" schon einmal gehört? Polyphenole sind chemische Verbindungen, die in vielen natürlichen und in einigen synthetischen Lebensmitteln enthalten sind. Diese sogenannten „sekundären Pflanzenstoffe" sind Farb-, Duft- und Aromastoffe in Pflanzen. Aufgrund ihrer positiven Eigenschaften für den menschlichen Körper wecken sie in letzter Zeit vermehrt die Aufmerksamkeit von Wissenschaft und Gesundheitsbranche.

Was sind Polyphenole?

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Bestandteile unserer täglichen Ernährung. Sie stecken in Gemüse, Obst, Olivenöl, Hülsenfrüchten, Nüssen, dunkler Schokolade und Vollkornprodukten und geben den pflanzlichen Lebensmitteln ihre Farbe. Den Pflanzen dienen sie als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder mikrobielle Angriffe und wirken zudem als Wachstumsregulatoren.

Nach bisherigen Erkenntnissen zählen sekundäre Pflanzenstoffe für den Menschen nicht zu den essenziellen Nährstoffen (wie Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß, Fett, Stärke und Zucker), haben aber Einfluss auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen. Der Begriff „sekundär" bedeutet also nicht, dass sie weniger wichtig sind – er dient lediglich der Unterscheidung von den primären Pflanzenstoffen.

Gut zu wissen

Bislang sind etwa 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, wovon 5.000 bis 10.000 in der menschlichen Nahrung vorkommen.

Die vier Hauptkategorien der Polyphenole

Phenolsäuren

Kaffee, Tee, Vollkornprodukte, Wein und Nüsse.

Flavonoide

Äpfel, Birnen, Trauben, Kirschen, Zwetschken, Beerenobst, Zwiebel, Grünkohl, Soja, schwarzer und grüner Tee.

Lignane

Vor allem in Leinsamen, Getreide und Vollkornprodukten.

Phytoöstrogene

Getreide, Hülsenfrüchte, Sojabohnen und Leinsamen.

Polyphenole wirken antioxidativ

Wer sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, trifft unweigerlich auf den Begriff „antioxidativ". Lebensmittel mit dieser Eigenschaft gelten als besonders gesund, weil sie im Kampf gegen „freie Radikale" helfen. Diese aggressiven Sauerstoffmoleküle entstehen durch körpereigene Stoffwechselprozesse oder äußere Einflüsse.

Das Problem: UV-Strahlen, das blaue Licht von Handys, Tablets und PC-Bildschirmen, Entzündungen oder Stresshormone fördern die Entstehung dieser Moleküle. Wird der Körper von zu vielen freien Radikalen „geflutet", sprechen Mediziner von oxidativem Stress. Freie Radikale schädigen die Erbsubstanz gesunder Zellen, greifen körpereigene Eiweiße an und beschleunigen so Alterungsvorgänge aller Art.

Die gute Nachricht: Antioxidantien helfen, freie Radikale unschädlich zu machen – sie fangen die unliebsamen Stoffwechselprodukte im wahrsten Sinne ein. Bei den sekundären Pflanzenstoffen überzeugen viele Polyphenole. Besonders hervorgehoben wird der antioxidative Effekt der Anthocyane.

Reich an Anthocyanen

Acai-Beere, Aronia, Kirschen, Auberginen, blaue Trauben, Heidelbeeren, Rotkohl und Rotwein sind besonders anthocyanreich.

Wusstest du?

Untersuchungen zeigen, dass Frauen mit vielen Antioxidantien im Blut für ihr Alter deutlich jünger aussehen und sicht- und messbar weniger Falten aufweisen.1

Polyphenole im täglichen Speiseplan

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Schutzstoffe für den Körper. Eine hohe Zufuhr über pflanzliche Lebensmittel wird mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einige Krebsarten und weitere Erkrankungen in Verbindung gebracht.2

Auch wenn sich für keinen einzelnen sekundären Pflanzenstoff sagen lässt, dass er allein das Krankheitsrisiko senkt, ist die positive Wirkung einer pflanzenbetonten Kost unumstritten. Über pflanzliche Lebensmittel nehmen wir mehrere Tausend unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe auf – möglicherweise ist gerade das Zusammenspiel verschiedener Stoffe im Verbund eines Lebensmittels entscheidend.

So nimmst du viele Polyphenole auf

  • Ernähre dich abwechslungsreich und bunt mit saisonalem Obst und Gemüse – roh und gegart.
  • Integriere reichlich Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Kartoffeln in deinen Speiseplan.
  • Greife zu farbintensiven Lebensmitteln wie Beeren, Rotkohl, Trauben oder Auberginen.
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1 Fessler, B. Gebt Falten keine Chance! CME 9, 26 (2012).   2 DGE aktuell: Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkungen auf die Gesundheit (06/2015).

Porträt von Carina Manfredo-Comisso

Carina Manfredo-Comisso

Autorin bei PANACEO – schreibt über Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung.

Häufige Fragen

Fragen zu Polyphenolen

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe – chemische Verbindungen, die Pflanzen Farbe, Duft und Aroma geben. Sie zählen nicht zu den essenziellen Nährstoffen, beeinflussen aber viele Stoffwechselprozesse.

Besonders in buntem Obst und Gemüse, Beeren, Trauben, Auberginen, Rotkohl, Olivenöl, Hülsenfrüchten, Nüssen, dunkler Schokolade, Kaffee, Tee und Vollkornprodukten.

Antioxidantien helfen, freie Radikale unschädlich zu machen. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffmoleküle, die bei zu hoher Menge oxidativen Stress verursachen und Zellen schädigen können.

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